2009

Tommayer/ Dezember 31, 2008/ 2009

Und ein neues Jahr beginnt: 2009. Was würde es wohl bringen, mit der drohenden Arbeitslosigkeit ab dem 1. April? Gut sah das nicht aus, ich schrieb wohl Bewerbungen am laufenden Band, aber die Quote der positiven Rückmeldungen war nicht berauschend. Und so wurde die Ungewißheit immer drückender.

Fünf Bewerbungen in der Woche forderte die Sachbearbeiterin im Arbeitsamt. Nebenbei Vollzeit-CAD-Kurs, um hier Defizite zu beseitigen. Schreinermeister ohne CAD-Kenntisse – unmöglich. Ich versuchte, erst einmal im Großraum Stuttgart wieder eine Stelle zu bekommen, und so beschränkte ich mich natürlich auch auf dieses Gebiet mit Bewerbungen. Aber irgendwann war hier das Angebot ausgereizt, und ich hatte  die Idee, mich mal im Bereich Nürnberg, Barbaras heimlicher Liebe, umzusehen. Und tatsächlich, hier gab es auch Stellen. Also nachgefragt, ob Barbara etwas dagegen hätte, wenn ich mich da mal auf die Stelle bei der Stadt Nürnberg bewerben würde, die suchen gerade einen Schreinermeister, irgend etwas mit Spielplätzen. OK, warum nicht, Nürnberg wäre schon schön. Also Bewerbung losgeschickt, irgendwann kam dann ein Brief, Einladung zum Vorstellungsgespräch, kommen sie dann und dann um Uhr da und da hin zum Vorstellungsgespräch. Was mich da allerdings erwartete, hatte ich in meinen schlimmsten Alpträumen nicht erahnt. Eine mehrköpfige Kommission, ich glaube, es waren so sieben Personen, saßen da um den Tisch, ich an die Stirnseite, und dann gings los. Was würden Sie machen, wenn …? Wie bewerten Sie diese Situation …? Ihr Mitarbeiter hat …? Puh, das war mein schlimmstes Vorstellungsgespräch, das ich bis dahin hatte. „Sie können uns morgen ab 8 Uhr anrufen, wir teilen Ihnen dann den Sachstand mit.“ Nach dem Gespräch wußte ich wirklich nicht, woran ich bin. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich diese Arbeitsstelle bekommen würde. So ging ich am nächsten Tag wieder zu meinem CAD-Kurs, und rief dann um 8 im Personalamt an, um zu erfahren, was Sache ist. Und da sagte der Sachbearbeiter: „Herr Mayer, Sie sind unsere erste Wahl. Bitte teilen Sie uns kurzfristig mit, ob Sie die Stelle annehmen wollen.“ Wahnsinn, ein solches Glücksgefühl hatte ich bisher selten, aus 120 Bewerbern wurde ich als die erste Wahl genommen!

Und so entschieden wir uns im Familienrat, dass ich die Stelle annehmen würde. Wieder eine Perspektive, ein Neubeginn … Ich im Öffentlichen Dienst … Allerdings: Am Anfang wieder getrennt, Wochenendheimfahrer, Barbara stemmt das Familienleben wieder alleine, wie seinerzeit schon einmal in meiner Weißenhorner Zeit und danach im Prinzip auch bei meiner Pendlerei von Weißenhorn nach Stuttgart. Aber das wird schon …

Und so konnte ich, bevor ich zum großen deutschsprachigen Bookcrossing-Treffen nach Wien fuhr, in Nürnberg meinen Vertrag unterschreiben. Und dann, ab nach wien mit dem Wohnmobil und den beiden Jungs. Die Mädels hatten sich einen Billigflug genommen und wir hatten vereinbart, uns in Wien zu treffen.

Buch Schaden
Thomas Leuchten in der Barbaragasse
Ein Themen-Release
Wien

Im Vorfeld rief meine Mutter mal an und teilte mir mit, dass sie und mein Vater zu meinem Geburtstag verreist währen. Da sagte ich dann, dass wir das auch wären. Wo sie denn hinfahren würden. Und da stellte sich heraus, dass wir dann alle in Wien sind, und so konnten wir gemeinsam in Wien meinen Geburtstag feiern, was wir dann auch bei einem leckeren Essen im Prater machten.

Die Geburtstagsüberraschung der Bookcrosser
Tom
Bücher in Wien

Und danach zog ich erst einmal in ein möbliertes Zimmer in Nürnberg, nicht weit von meiner Arbeitsstelle entfernt und wurde zum „Spielplatz-Meister“ der Stadt Nürnberg. Und dann stellte dich die Frage, wie es weitergehen sollte mit der Familie Mayer: Umzug in den Sommerferien mit dem Risiko, die Probezeit nicht zu bestehen und in Nürnberg arbeitslos zu sein, allerdings mit dem Vorteil, dass die Kinder zum Schuljahres-Anfang in einer neuen Schule starten könnten, oder warten, bis die Probezeit mit Erfolg bestanden ist und dann mitten im Schuljahr umzuziehen. Wir entschieden uns für Variante 1. Also: Wohnungssuche. Wie soll das gehen, die Familie in Stuttgart, ich in Nürnberg, die meisten Besichtigungstermine unter der Woche? Das Internet machts möglich: Ich besichtigte die Wohnungen, die mir teilweise Barbara in Stuttgart aussuchte und per Mail zukommen lies, ich ging mit der Digitalkamera zur Wohnungsbesichtigung, skizzierte einen Grundriß, wenn noch keiner verfügbar war, machte Bilder von der Wohnung und schickte Barbara den Link zu den Bildern, und so fanden wir dann auch die Wohnung, die wir dann bezogen.

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